Liebe Yoga-Interessierte,

der Mai ist gekommen und mit ihm stehen 2 weitere Feiertage vor der Tür. Bitte beachtet, dass an Christi Himmelfahrt (Donnerstag, 5. Mai) und Pfingstmontag (Montag, 16. Mai) der Unterricht ausfällt!

Am 8. Mai findet der nächste YOGA-SONNTAG statt, an dem ich von 10 bis 13 Uhr wieder Asanas und Pranayama unterrichte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Kosten von 18,- Euro sind nicht in der Monatspauschale enthalten.

Am 21. Mai findet von 10 bis 12 Uhr der Yoga-Samstag gegen Rückenschmerzen statt, mit einem theoretischen Teil über einige Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen und einem praktischen Teil mit Übungen, die Rückenschmerzen lindern und heilen können. Darüber hinaus wird es darum gehen, was beim Yoga und im Alltag beachtet werden sollte, um den Rücken bei der Heilung zu unterstützen. Die Teilnahme kostet 20,- Euro und auch hierfür ist eine Anmeldung nicht erforderlich.

Wie Euch vielleicht schon aufgefallen ist, bin ich dazu übergegangen jeweils eine Woche lang in sämtlichen Unterrichtsstunden an einer bestimmten Thematik zu arbeiten. Für die kommende Woche möchte ich (auch im Hinblick auf den kommenden Yoga-Sonntag) den Schwerpunkt auf die Atmung legen.

Im Yogaunterricht (und speziell beim Unterricht von Anfängern) spielt die Atmung eine sehr kleine Rolle, da es zunächst einmal darum geht, die einzelnen Übungen und ihre wichtigsten Details zu erlernen. Der Atem wird in der Regel nur bei Übungen beachtet, bei denen erfahrungsgemäß Teilnehmer die Luft anhalten, den Atem pressen oder hyperventilieren (z.B. bei Rückwärtsbeugen und umgedrehten Positionen). Insofern gibt es eine klare Reihenfolge für das Erlernen von Yoga. Zunächst sollten die "erdenden" und "bodenständigen" Asanas geübt werden, bevor die "luftigen" und "abhebenden" Atemübungen Teil der Yogapraxis werden sollen. Man könnte auch sagen: Es geht darum, zunächst ein gutes Fundament und ein stabiles Haus zu bauen, um nicht der Gefahr zu erliegen, sich ein Luftschloss zu errichten.

Betrachten wir zunächst die Physiologie der Atmung.

Bei der Einatmung zieht sich das wie eine Domkuppel nach oben gewölbte Zwerchfell zusammen und flacht somit ab. Dadurch entsteht ein Vakuum im Brustkorb, durch das ca. 0,5 Liter Luft eingeatmet wird. Danach entspannt sich das Zwerchfell, wodurch die Luft wieder aus dem Brustkorb strömt.

Darüber hinaus können wir durch Heben und Weiten des Brustkorbes und Bauches jeweils ca. 1,5 bis 2 Liter Luft zusätzlich einatmen und durch Zusammenziehen des Brustkorbes und Bauches ebenfalls zusätzlich 1,5 bis 2 Liter Luft ausatmen, so dass wir insgesamt ca. 3,5 bis 4,5 Liter Luft ein- bzw. ausatmen können (Taucher und Bläser können sogar bis zu 6 Liter Luft atmen).

Die Menge der Luft, die wir pro Atemzug aufnehmen können, hängt von unserer Atemmuskulatur ab. Und da Muskeln, die nicht trainiert werden, verkümmern, wird auch der Atem mit zunehmendem Alter flacher. Auch das ist ein Grund, weshalb die regelmäßige körperliche Betätigung das A und O unserer Altersvorsorge sein sollte. Dabei ist eine sportliche Betätigung und sogar Ausdauersport nur das zweitbeste Mittel, denn hierbei wird der erhöhte Sauerstoffverbrauch hauptsächlich durch eine schnellere Atemfrequenz und nur in zweiter Linie durch ein größeres Atemvolumen gewährleistet.

Deshalb wird beim Pranayama auf die Vertiefung des Atems wert gelegt, indem wir einerseits langsam und andererseits tief atmen.

Einen zweiten Aspekt möchte ich noch kurz andeuten, durch den das Üben des Atems überhaupt erst möglich wird. Wir können sowohl bewusst als auch unbewusst atmen. Der unbewusste Atem wird im Stammhirn (dem ältesten Gehirnteil) gesteuert. So ist gewährleistet, dass die Sauerstoffversorgung selbst im Schlaf oder bei Ohnmacht und Bewusstlosigkeit funktioniert. Der bewusste Atem wird in jüngeren Gehirnteilen gesteuert. Deshalb wird die Atmung als Schnittstelle zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein bezeichnet.

Die Arbeit am Atem erfordert ein höchstes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration und so ist es nicht verwunderlich, dass auch geübte Yogateilnehmer beim Pranayama schnell in Gedanken abdriften oder auch einschlafen. Dies sollte Dich allerdings nicht entmutigen und davon abhalten Dich immer wieder an diese "Perle des Yoga" heranzuwagen.

Denn wenn für die westlichen Philosophen der Satz "Ich denke, also bin ich" eine entscheidende Erkenntnis war, so impliziert das allemal den Sachverhalt: "Ich atme, also lebe ich".

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Frühling,

Herzliche Grüße

Josef

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